Wenn Sie das nächste Mal eine Bratwurst braten, machen Sie daraus doch einmal ein Experiment!
Wenn Sie dabei ganz genau hinsehen, werden Sie sich ganz schön wundern.
Ihre Frau schicken Sie am besten zur Nachbarin.
Nun, der Versuchsaufbau ist denkbar einfach. In eine nicht beschichtete Bratpfanne, die deutlich größer ist als die Heizzone der Herdplatte, kommt soviel flüssiges Öl - beispielsweise Sonnenblumenöl - dass der Pfannenboden etwa 1 mm hoch bedeckt ist. Eine Strahler-Leuchte stellt man so auf, dass der Ölsee gut beobachtet werden kann.

Bild 11.02
Der Versuch funktioniert am besten mit der kleinsten Flamme. Ist der Ölspiegel zu hoch, passiert nichts.
Nach dem Einschalten der Heizung, tritt nach kurzer Zeit ein Zurückweichen des Öls auf. Das Öl hat dann in der an das Zentrum angrenzenden Zone eine Temperatur von etwa 150-190° C. Der Pfannenboden wird jetzt sichtbar, Ölreste fließen mit beachtlicher Geschwindigkeit radial nach außen. Der Pfannenboden wird zusehends trocken. Zum Braten der Wurst nicht gerade von Vorteil, denn die sollte ja im Öl liegen! Am Rand der trockenen Zone steht eine steile Ölwand. Deren Randwinkel kann mehr als 70° betragen. Beobachtet man bei abgestellter Heizung weiter, verkleinert sich die trockene Zone bis zu einer kleinen öllosen Lichtung, deren Ränder dann schlussendlich ineinander fließen.
Wie so oft hat nahezu jeder diesen Vorgang schon einmal gesehen.
Eine kurze Umfrage in unserem Hause brachte hauptsächlich folgende Erklärungen für das Phänomen:
Die Damen: ist doch klar, die Pfanne ist heiß!
Die Männer: ist doch offensichtlich, der Boden wölbt sich hoch!
Wie immer haben die Damen Recht. Die Pfanne ist tatsächlich heiß. Wir lassen das gelten.
Die Männer liegen aber total falsch. Der Effekt funktioniert auch in einer alten, bereits konkav gebrannten Blechpfanne. Außerdem bemühen sich die Pfannenhersteller erheblich darum, dass das Hochwölben nicht auftritt. Das gäbe einen sehr schlechten Wärmeübergang. |