Wie bringt man Tribologie rüber?
Die Entstehung dieses Buches geht auf eine „Original schwäbische Vetternwirtschaft“* zurück. Die Autoren, die beide nicht nur vetternmäßig miteinander verbunden sind, sondern auch lange Jahre beruflich viele tribologische Probleme gewälzt haben, beschlossen, doch einmal etwas zusammen zu machen.
Jeder für sich ein Macher und „Tüftler“** nahm man sich vor, ein Buch zu schreiben. Ein Buch über Tribologie.
Aber ein etwas anderes Buch, jedenfalls kein Lehrbuch.
Die gemeinsame Liebe zur Natur-Wissenschaft mit all ihren verborgenen Geheimnissen und Wundern und ihren Links zur Technik, das Hinterfragen, warum die Dinge so sind, wie sie sind, war die Triebfeder.
Heftigste Diskussionen wurden angestoßen, so zum Beispiel die Frage, ob eine Forelle in einer superfluiden Flüssigkeit, die keine Viskosität mehr hat, schwimmen kann? Also beispielsweise in Helium bei 2K. Die spontane Antwort aus Kollegenkreisen - „die schwimmt gar nicht mehr, die wird ja schockgefrostet!“- wurde als zu primitiv abgeschmettert.
So ist es eben. Nur wer fragt, bekommt Antworten. Wenn man in der Tribologie hinterfragt, findet man dort oft Dinge, die auf den ersten Blick selbstverständlich erscheinen, bei genauerem Hinsehen aber erstaunlich unverständlich sind.
Kann man an der glatten Wand hochgehen? Natürlich, viele Tiere können das, die Kinder auch - im Türrahmen. Aber wie funktioniert das? Und, ist es derselbe Effekt?
In diesem Buch finden Sie viele Fragen und Antworten. Manches ist nicht so tribologisch ernst gemeint. Sie sollen auch schmunzeln dürfen.
Die Tribologie in Worten, Formeln und Diagrammen begreifbar zu machen, ist gar nicht so einfach. Die Experimente zum „Nachkochen“ sollen Ihnen bei dieser schweren Aufgabe helfen. Wer Bildbeispiele zeigen kann oder ein Experiment vorführt, das funktioniert, hat es leichter. Und wer selbst das Experiment macht, sei es Kind, Schüler, Student oder gestandener Mensch, wird es sicher niemals mehr vergessen.
Und es macht neugierig auf mehr!
Wenn Sie beim nächsten Einkauf in der Stadt eine Straßenbahn quietschen hören und sich fragen, warum sie das tut, hat dieses Buch sein Ziel erreicht.
Werner Stehr, Klaus Dobler
* Vettern = schwäbisch für Cousins
** schwäbisch für Erfinder, Bastler, handwerklich geschickter Mensch |